Job und Berufswelt

Jahresbilanz für den Arbeitsmarkt 2016 fällt positiv aus

Im Arbeitsagenturbezirk Wesel, der die Kreise Wesel und Kleve umfasst, lag die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt bei 27.519 Personen. Das sind 982 Personen oder 3,4 Prozent weniger als 2015. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 6,8 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Durchschnitt des Vorjahres.
„Der Arbeitsmarkt in den Kreisen Wesel und Kleve hat sich im Jahr 2016 gut entwickelt. Die Beschäftigung ist weiter gewachsen, die Arbeitslosigkeit erneut gesunken und bei der Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit wurden weitere kleine Fortschritte erzielt. Der Bedarf der Unternehmen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist nach wie vor hoch“, so Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wesel. „Dennoch gibt es auch Schattenseiten am Arbeitsmarkt. Wer als älterer Mensch oder mit gesundheitlichen Einschränkungen arbeitslos wird, hat durchaus mehr Probleme als andere Personengruppen, wieder in Beschäftigung zu gelangen. Das gilt ebenfalls für Personen mit geringer Qualifikation. So hat über die Hälfte der arbeitslosen Menschen keine abgeschlossene Berufsausbildung. In diesem Jahr haben wir daher unsere Strategie fortgesetzt, die Ausgangslage dieser Menschen durch Qualifizierungen, die zu einem Abschluss oder Teilabschluss führen, zu verbessern.“
Im ersten Halbjahr 2016 (aktuell verfügbare Daten) nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu. In den Kreisen Wesel und Kleve waren zum Stichtag 30.06.2016 insgesamt 225.673 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 3.747 Personen oder 1,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften legte gegenüber dem Vorjahr zu. Von Januar bis Dezember wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Wesel und des Jobcenters Kreis Wesel 21.452 Stellen gemeldet. Das sind 1.506 Stellen oder 7,6 Prozent mehr als 2015. 94 Prozent der Stellen (20.187) sind sozialversicherungspflichtig, 72 Prozent unbefristet. 21 Prozent sind Teilzeitstellen. 11.600 Stellen (Anteil 54 %) richteten sich an Fachkräfte, 7.045 Stellen an Helfer (33%), 1.229 Stellen an Spezialisten (6%) und 1.578 (7%) an Experten. Insgesamt lag der durchschnittliche Stellenbestand bei 5.877 Stellen und damit 30,1 Prozent höher als 2015.
Die Jugendarbeitslosigkeit, die sich auf Personen zwischen 15 und unter 25 Jahren bezieht, lag 2016 bei durchschnittlich 2.781 Personen und damit um 85 Personen oder 3,0 Prozent unter den Werten des Vorjahres.
Positiv entwickelte sich auch die Langzeitarbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt waren 12.066 Personen länger als ein Jahr arbeitslos. Das waren 651 Personen oder 5,1 Prozent weniger als im Vorjahr.
Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten alle Personengruppen mit Ausnahme der arbeitslos gemeldeten Ausländer. Im Jahresdurchschnitt waren 5.542 Menschen mit ausländischem Pass arbeitslos gemeldet, 349 oder 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Hier spiegeln sich unter anderem die Arbeitslosmeldungen von Asylbewerbern und geflüchteten Menschen wider, die in den vergangenen Monaten auf dem Arbeitsmarkt in der Region angekommen sind.
Ausblick: Für den Arbeitsmarkt 2017 sieht Barbara Ossyra grundsätzlich positive
Entwicklungsmöglichkeiten, aber auch Aufgaben, die es mit den Partnern am Arbeitsmarkt zu bewältigen gelte: „2017 wird kein Jahr der großen Sprünge, aber ich gehe von einem stabilen Arbeitsmarkt in den Kreisen Wesel und Kleve aus. Aktuell deutet alles darauf hin, dass die Beschäftigung weiter steigen wird und mit mehr Stellenmeldungen zu rechnen ist. In unserer Region gibt es einen funktionierenden Markt für Helfertätigkeiten, das ist positiv für Menschen ohne einen Berufsabschluss. Dennoch tragen diese ein höheres Risiko als besser ausgebildete Menschen, arbeitslos zu werden und länger zu bleiben. Zudem wird der Bedarf an gut ausgebildeten Kräften weiter zunehmen. Wir werden daher unsere Anstrengungen fortsetzen und weiter in Menschen investieren, die Qualifizierung benötigen und bereit sind, diese Unterstützung anzunehmen. Wie Arbeitgeber unsere Instrumente für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten einsetzen können, werden wir in diesem Jahr weiter bekannt machen. Hier müssen wir alles daran setzen, Hemmschwellen abzubauen, damit unsere Hilfsangebote auch dort ankommen, wo sie benötigt werden. Qualifikation trägt entscheidend dazu bei, um Menschen auf Dauer in Beschäftigung zu bringen und zu halten, gerade in der sich stetig wandelnden Arbeitswelt mit steigenden Anforderungen.“
Der Arbeitsmarkt im Kreis Wesel im Jahr 2016
 
Im Kreis Wesel waren im Jahresdurchschnitt 17.072 Personen gemeldet. Das sind 935 Personen oder 5,2 Prozent weniger als 2015. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 7,1 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Durchschnitt des Vorjahres.
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III, Agentur für Arbeit) waren im Jahresdurchschnitt 4.375 Personen gemeldet, 154 oder 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Grundsicherung (SGB II, Jobcenter Kreis Wesel) waren im Jahresdurchschnitt 12.697 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 781 Personen oder 5,8 Prozent weniger als 2015.
Es herrschte ein hohes Maß an Bewegung am Arbeitsmarkt. Insgesamt 40.279 Personen meldeten sich bei der Agentur für Arbeit Wesel und dem Jobcenter Kreis Wesel im Jahresverlauf arbeitslos. Davon kamen 12.167 aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 260 Personen oder 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Gegenzug meldeten sich von Januar bis Dezember 40.643 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, davon 10.518 Personen in eine Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Dies waren 59 Personen oder 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften legte gegenüber dem Vorjahr zu. Von Januar bis Dezember wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Ar-beit Wesel und des Jobcenters Kreis Wesel 15.614 Stellen neu gemeldet. Das sind 1.760 Stellen oder 12,7 Prozent mehr als 2015. 94 Prozent der Stellen (14.637) sind sozialversicherungspflichtig, 67 Prozent unbefristet. 22 Prozent sind Teilzeitstellen. 7.800 Stellen (Anteil 50 %) richteten sich an Fachkräfte, 5.893 Stellen an Helfer (38%), 837 Stellen an Spezialisten (5%) und 1.084 (7%) an Experten. Die meisten Stellen wurden im Handel, in der Arbeitnehmerüberlassung, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im verarbeitenden Gewerbe gemeldet. Insgesamt lag der durchschnittliche Stellenbestand bei 4.069 Stellen und damit rund ein Drittel höher als 2015.
Die Jugendarbeitslosigkeit, die sich auf Personen zwischen 15 und unter 25 Jahren bezieht, lag 2016 bei durchschnittlich 1.616 Personen und damit um 118 Personen oder 6,8 Prozent unter den Werten des Vorjahres.
Die Langzeitarbeitslosigkeit entwickelte sich ebenfalls rückläufig. Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt im Kreis Wesel 7.248 Personen länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet, 629 Personen oder 8,0 Prozent weniger als im Vorjahr.
Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten alle Personengruppen mit Ausnahme der arbeitslos gemeldeten Ausländer. Im Jahresdurchschnitt waren 3.349 Men-schen mit ausländischem Pass arbeitslos gemeldet, 97 oder 3,0 Prozent mehr als im Vorjahr.
Ende Juni 2016 waren im Kreis Wesel 129.627 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 1.693 Personen oder 1,3 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Barbara Ossyra zur Entwicklung im Kreis Wesel: „Auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Wesel hat sich die günstige Entwicklung des Vorjahres fortgesetzt. Es meldeten sich insgesamt weniger Menschen als im Vorjahr nach einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt arbeitslos. Das ist grundsätzlich ein positives Signal, weil es unter anderem darauf hindeutet, dass die Unternehmen an Mitarbeitenden festhalten. Gleichzeitig bot der Markt, insbesondere im Helferbereich, durchaus Chancen für arbeitslose Menschen. Damit diese noch stärker von der Nachfrage profitieren können, ist häufig eine Qualifizierung nötig. Über dieses Thema haben unsere Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler in den vergangenen Monaten mit zahlreichen arbeitslosen Menschen ohne beruflichen Abschluss gesprochen. Häufig konnte der Nutzen einer Weiterbildung deutlich gemacht werden. In den nächsten Jahren werden die Teilnehmenden dann mit aktuellen Kenntnissen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Dies trifft übrigens auch auf Asylbewerber und geflüchtete Menschen zu, die Sprachkurse und berufliche Qualifikationen abschließen werden.“
Der Arbeitsmarkt im Kreis Kleve im Jahr 2016
 
Im Kreis Kleve waren im Jahresdurchschnitt 10.447 Personen gemeldet. Das sind 47 Personen oder 0,4 Prozent weniger als 2015. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 6,5 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Durchschnitt des Vorjahres.
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III, Agentur für Arbeit) waren im Jahresdurchschnitt 3.450 Personen gemeldet, 189 oder 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Grundsicherung (SGB II, Jobcenter Kreis Kleve) waren im Jahresdurchschnitt 6.997 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 143 Personen oder 2,1 Prozent mehr als 2015.
Es herrschte ein hohes Maß an Bewegung am Arbeitsmarkt. Insgesamt 21.052 Personen meldeten sich bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Kreis Kleve im Jahresverlauf arbeitslos. Davon kamen 8.906 aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 203 Personen oder 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Gegenzug meldeten sich von Januar bis Dezember 20.728 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, davon 7.315 Personen in eine Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Dies waren 374 Personen oder 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging etwas zurück und lag unter dem Niveau des Vorjahres. Von Januar bis Dezember wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Kleve 5.838 Stellen gemeldet. Das sind 254 Stellen oder 4,2 Prozent weniger als 2015. Dabei sind 95 Prozent der Stellen (5.550) sozialversicherungspflichtig, 85 Prozent unbefristet. 19 Prozent sind Teilzeitstellen. 3.800 Stellen (Anteil 65%) richteten sich an Fachkräfte, 1.152 Stellen an Helfer (20%), 392 Stellen an Spezialisten (7%) und 494 (8%) an Experten. Die meisten Stellen wurden in der Arbeitnehmerüberlassung, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im verarbeitenden Gewerbe gemeldet. Insgesamt lag der durchschnittliche Stellenbestand bei 1.808 Stellen und damit knapp ein Viertel höher als 2015.
Die Jugendarbeitslosigkeit, die sich auf Personen zwischen 15 und unter 25 Jahren bezieht, lag 2015 bei durchschnittlich 1.165 Personen und damit um 33 Personen oder 2,9 Prozent über den Werten des Vorjahres. Lediglich im Rechtskreis SGB III, den die Agentur für Arbeit betreut, ging die Arbeitslosigkeit unter den Jüngeren weiter zurück. Dort wurde auch die Langzeitarbeitslosigkeit weiter abgebaut. Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt im Kreis Kleve 4.818 Personen länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet, 22 Personen oder 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr.
Deutlich höher als im Vorjahr liegt die Arbeitslosigkeit von Personen ohne deutschen Pass. Hier waren jahresdurchschnittlich 2.194 Personen gemeldet, ein Zuwachs um 253 Personen oder 13,0 Prozent. Rund zwei Drittel der arbeitslosen Ausländer waren im Jobcenter gemeldet, darunter auch ein großer Anteil Asylbewerber, die sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.
Weiterhin positiv entwickelte sich die Beschäftigung im Kreis Kleve. Ende Juni 2016 waren 96.046 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 2.054 Personen oder 2,2 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Barbara Ossyra beurteilt die Arbeitsmarktentwicklung im Jahr 2016: „Im Kreis Kleve ist die Beschäftigung gewachsen und liegt aktuell auf einem Höchststand. Auch 2017 wird der Arbeitsmarkt aufnahmefähig sein. Rund 80 Prozent der Stellen, die Arbeitgeber im Kreis Kleve unserem Arbeitgeber-Service melden, richten sich dabei an Fachkräfte, Meister, Techniker oder Akademiker. Das erschwert die Situation für arbeitslose Menschen, die nicht über die gewünschten Qualifikationen verfügen. Ebenso wird es für Arbeitgeber schwieriger werden, vakante Positionen zu besetzen. Schon jetzt dauert es länger, ausgeschriebene Stellen zu besetzen. Wir werben daher verstärkt bei Arbeitgebern dafür, bei der Fachkräftegewinnung auch neue Wege zu wagen. Neben der Ausbildung eigener Fachkräfte kann es ein erfolgversprechender Weg sein, auch Bewerbergruppen in den Blick zu nehmen, die man bislang noch nicht auf dem Schirm hatte. Neben Älteren mit umfangreicher Berufserfahrung kann dies auch jemand ohne formaler Qualifikation, aber mit Motivation und dem Willen zur Weiterbildung sein. Dabei können wir auf vielfältige Weise unterstützen.“
 
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