Job und Berufswelt

Investitionen in Flüchtlinge

Duisburg. (LB NRW) Abdullah Altun hat einen langen Weg hinter sich, der ihn 1978 mit 12 Jahren aus Kayseri in der Türkei nach Duisburg führte. Dort profitierte er von der Gemeinschaft über ethnische Grenzen hinweg beim Sport und von einem engagierten Klassenlehrer, der auch privat das Deutschverständnis ausländischstämmiger Kinder schärfte. Dadurch gelang Altun ein hervorragender schulischer Abschluss sowie zunächst eine Karriere als Polier bei der Deutschen Bahn, bis er 1999 das eigene Unternehmen eröffnete. Heute arbeiten bei der Altun Gleis- und Tiefbau GmbH einhundert Menschen für den 51-jährigen Unternehmer, darunter zehn Auszubildende.

 

Für Altun sind nicht gute Noten ausschlaggebend, sondern der Fleiß der Bewerber, so dass auch schlechte Hauptschüler einen Arbeitsplatz finden können. Und ebenso gilt dies für Flüchtlinge, von denen gegenwärtig sechs zu den Azubis zählen.

Abdullah Altun, erhält 2014 die Integrationsmedaille der Bundesregierung. Foto:Privat

Aber Altun sieht sich nicht als Idealisten oder gar als Sozialarbeiter, auch wenn man dies denken mag – nicht zuletzt wegen der Integrationsmedaille der Bundesregierung, welche der Unternehmer 2014 erhielt. Stattdessen sagt Altun, dass er nun einmal ein Geschäftsmann sei und auf Gewinn abziehen. Aber jemandem eine Chance zu geben, das eröffne neue Chancen und erlaube vielen Menschen, aufzublühen und sich voll zu entfalten. In den meisten Fällen gewinnt Altun nicht nur einen Angestellten, der gute Leistung bringt, sondern ebnet diesem auch den Weg in die Gesellschaft.

 

Abdullah Altun investiert Vertrauen, mit dem er einen Gewinn für alle Seiten erzielt. Und somit auch einen Stich gegen Parallelgesellschaften tätigt. Ihm ist es wichtig, die Kulturen anderer Menschen zu erkennen, um somit die Menschen selbst besser zu verstehen. Dazu gehört es für ihn auch, für sich selbst von allen Seiten das Gute zu nehmen, darunter Zitate Mohammeds, aber auch von Jesus und dem von Aleviten verehrten Schwiegersohn Mohammeds. Ähnlicherweise ist er Mitglied alevitischer Vereine, obgleich er kein Alevit ist, aber auch bei Greenpeace und Amnesty International und auch in DITIP-Moscheevereinen.

Der Unternehmer beteiligt sich auf vielen Seiten, stellt damit geradezu eine interkulturelle Kommunikation in einer Person dar. Dazu ist ihm das soziale Gewissen wichtig und das Engagement für die Gesellschaft, was man vielleicht mehr an seinen Taten als seinen Worten erkennt. Zu diesen Taten gehört auch ein kürzlich ausgeschriebener Preis für Zivilcourage, den er mit dem Krupp-Gymnasium verleiht und mit 1000 Euro dotiert hat.

 

Fotos: Archiv LB NRW

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