Feuerwehr

Großeinsatz nach Hubschrauberabsturz

140 Einsatzkräfte aus Duisburg, den Kreisen Wesel und Kleve nahmen an der Großübung teil. (Foto: Frank Vutz/Feuerwehr Moers)

Moers. (pst) Brand in einem Kraftwerk, Hubschrauberabsturz, Feuer in einem Studentenwohnheim. Und das alles parallel. Wenn so etwas geschieht, bedeutet dies für die Feuerwehr Großalarm – oder sie wird zu einer Übung gerufen. Am ersten Oktober-Wochenende war es zum Glück Letzteres. Zusammen mit rund 140 Einsatzkräften aus Duisburg, den Kreisen Wesel und Kleve hatten zwölf Moerser Feuerwehrleute der Löschzüge Hülsdonk und Scherpenberg auf der Training-Base am Flughafen Weeze solch ein Einsatzszenario abzuarbeiten.

 

Feuer entwickelt sich zum Industriebrand

Samstag, 5 Uhr in der Früh: Die Moerser Wehrleute machen sich auf den Weg zu dieser rund 30-stündigen Übung mit der Feuerwehr-Bereitschaft 1 im Regierungsbezirk Düsseldorf. Bis die Truppen an der ehemaligen britischen Kaserne eintreffen, dauert es allerdings etwas. Denn der „Mot-Marsch“, das Fahren im großen Verband, ist bereits der erste Übungsteil. Auf dem riesigen Übungsgelände üben die vier Löschzüge dann an unterschiedlichen Objekten. An einer Stelle wird der Brand eines Mehrfamilienhauses simuliert, an einer anderen ein Feuer, das von einem Bistro auf eine Kfz-Werkstatt übergreift und sogar einen Industriebrand entfacht. Am Nachmittag steht schließlich eine große Abschlussübung mit allen vier Löschzügen auf dem Plan. Und die sieht den bereits erwähnten Hubschrauberabsturz auf ein Gebäude vor.

Zusammenarbeit über die kommunalen Grenzen hinweg

Das Besondere an diesem Übungswochenende: Bei solch einem Einsatz der Feuerwehr-Bereitschaft arbeiten die Kräfte über die Stadt- und Kreisgrenzen hinweg zusammen – normalerweise ist Feuerwehr kommunales Geschäft. „Die Arbeit ist zwar im Grunde überall gleich, aber das taktische Vorgehen und die Ausrüstung mitunter ein klein wenig anders”, erklärt Frank Vutz, stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Moers. Er war bei dem Übungswochenende selbst als Gruppenführer im Einsatz. „So ein Wochenende ist also ganz praktische Zusammenarbeit zwischen den Städten.” Denn dass die Feuerwehrfrau aus Moers-Hülsdonk und der Unterbrandmeister aus Duisburg-Marxloh Hand in Hand arbeiten, kommt sonst eigentlich nicht vor.

Voneinander lernen

„Die Zusammenarbeit funktionierte gut”, so Vutz. „Man übt gemeinsam, spricht miteinander und lernt voneinander.” Sicherlich einer der Hauptzwecke dieses Wochenendes. Der dann auch am Abend nach dem gemeinsamen Einsatz in gemütlicher Runde endete, damit sich alle Übungsteilnehmer besser kennenlernen. Sonntagmorgen nach der Übernachtung geht es dann wieder zum jeweiligen Heimatstandort zurück. Bis der Piepser die Feuerwehrleute das nächste Mal zum gemeinsamen Großeinsatz ruft.

Bereitschaft in NRW seit zwölf Jahren

Seit der Fußball-WM in Deutschland im Jahr 2006 gibt es das System der Feuerwehr-Bereitschaften in NRW bereits. Jeder der fünf Regierungsbezirke hat jeweils fünf Einheiten, die auch über die Landesgrenzen hinaus Hilfe leisten können. So war die Bereitschaft 1 im Regierungsbezirk Düsseldorf 2012 unter anderem beim Oder-Hochwasser in Magdeburg im Einsatz oder unterstützte in Ratingen und Mülheim bei der Beseitigung von Sturmschäden oder einem Großbrand in Krefeld.

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Die Simulation des Wohnhausbrandes gehörte auch zu den Übungen. (Foto: Frank Vutz/Feuerwehr Moers)

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