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Grafschafter Museum wird zum Duckschafter Museum

Moers. (pst) Enten haben das Grafschafter Museum im Moerser Schloss erobert: Bis 3. März 2019 sind ausgewählte Exponate der DUCKOMENTA dort zu sehen. In der Wanderausstellung sind Enten die Hauptdarsteller, die in verschiedenen Werken der Kunst- und Kulturgeschichte auftauchen. Sie sind im Stile bekannter Gemälde und Skulpturen in gesamten Haus zu sehen. Vom Duckthaler und der Venus von Villenduck über Erasmus van Dotterdam bis hin zu Otto Fürst von Duckmarck – berühmte Enten zeigen ihre wahren Schnabelgesichter und tummeln sich ungeniert mitten im Museum. Im Neubau gibt es eine eigene Abteilung der Enten-Kunst und in der Dauerausstellung sind die Exponaten geschickt zwischen die bestehende Objekt geschmuggelt. Manchmal muss man genauer hinschauen: Sind die Schnabelschuhe ein authentischer Fund aus dem Mittelalter oder ein Enten-Werk? „Die Ausstellung regt an, Kunst- und Kulturgeschichte neu und auf eine amüsante Art zu entdecken, sie lädt zum wiedererkennen und schmunzeln ein. Die Präsentation innerhalb unserer Dauerausstelllung soll auch dazu anregen, diese – quasi auf Entenjagd – neu zu erkunden“, erläutert Museumsleiterin Diana Finkele.

Geschichtsträchtige Region
Entstanden ist das Konzept der DUCKOMENTA Anfang der 80er-Jahre in einem Seminar von Prof. Dr. Eckhart Bauer an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Mit seinen damaligen Studierenden Anke Doepner, Prof. Volker Schönwart, Rüdiger Stanko und Ommo Wille hat er die Vereinigung „interDUCK“ gegründet. „Bei den Werken orientieren wir uns an Fabeln: Die Gefühle der Menschen werden auf Tiere projiziert. Durch den humorvollen Ansatz können wir auch historische Personen ‚herunterholen‘ und Herrscherkritik üben“, erläutert Prof. Bauer. Die Werke entstehen nicht mithilfe von Computerprogrammen, sondern werden von den Künstlerinnen und Künstlern handgemacht. Dabei werden zum Teil auch Kindheitsträume wahr, wie bei Ommo Wille, der damals einen Kunstkatalog mit Werken alter Meister gesehen hat: „Ich habe mir vorgenommen, auch einmal so malen zu können.“ Und das Grafschafter Museum bietet ideale Voraussetzungen für die Werke. „Man sieht, wie geschichtsträchtig die Region ist“, so Bauer weiter. Mittlerweile haben mehr als zwei Millionen Menschen die spannende und amüsante Reise durch die Epochen der Kunst- und Kulturgeschichte gesehen. In Moers werden zwei neue Exponate gezeigt: „Marilyn“ im Pop-Art-Stil nach Andy Warhol gemalt und das „Schokoladenentchen“, das von Jean-Étienne Liotards „Das Schokoladenmädchen“ inspiriert wurde.

Führungen und Workshops
Passend zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm für junge und ältere Entenfans. So können Kinder im Januar und Februar beispielsweise eigene Drucke oder Entengefäße herstellen. Täglich ist die Entenjagd im Rahmen eines Museumsquiz möglich. Am 13. Januar quakt die deutsche Stimme von Donald Duck (Peter Krause) im Museum, am 26. Januar gibt es eine interaktive Lesung für Kinder. Höhepunkt des Jugendprogramms ist der Enten-Karneval für Kinder am 3. März. Das beste Kostüm wird dann prämiert. Bei den Veranstaltungen für Menschen mit demenzieller Veränderung schauen sich die Teilnehmenden die Bilder an und schreiben eigene Fantasiegeschichten oder –gedichte. Monatlich finden öffentliche Führungen statt. Zudem gibt es buchbare Angebote für Schulklassen und Erwachsenengruppen. Am Freitag, 5. Dezember, ist wegen des Aufbaus mit Einschränkungen zu rechnen.

Bildzeile:
Rüdiger Stanko, Prof. Volker Schönwart, Museumsleiterin Diana Finkele, Anke Doepner, Prof. Dr. Eckhart Bauer und Ommo Wille (v.l.) freuen sich über die Eroberung des Grafschafter Museums durch die Enten. (Foto: pst)

Infobox:
Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr. Wegen des Aufbaus für den Museumssonntag ist das Grafschafter Museum am Samstag, 6. Dezember, geschlossen.

Eintrittspreise:
Familien: 4,50 Euro
Erwachsene: 3 Euro
Kinder ab sechs Jahren: 1 Euro
Kinder bis sechs Jahre: frei

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