Moers

Gemeinsame Ausstellung beleuchtet Fluchtschicksale

Moers. (pst) Ein dunkles Kapitel der Moerser Geschichte beleuchtet die Ausstellung des Grafschafter Museums in Zusammenarbeit mit dem Verein „Neue Geschichte im Alten Landratsamt“. „Flucht vom Niederrhein 1933 – 1945“ ist bis 11. März 2018 im Schloss zu sehen. Die beteiligten Vereine haben Geld in die Ausstellung gegeben sowie eigene Forschungsergebnisse zur Verfügung gestellt. Einzelne Mitglieder der Vereine “Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit”, “Erinnern für die Zukunft”, “Arbeitskreis Jugendarbeit mit Israel sowie der GEW Kreisverband Wesel haben zudem einzelne Biografien für die Ausstellung recherchiert und erarbeitet. Die Mitglieder betonten bei der Vorstellung der Inhalte am Freitag, 24. November, die gute Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlicher Arbeit und dem Grafschafter Museum. Bei den Recherchen sind einiges neues Material und bisher unbekannte Fakten zu Tage gekommen.

180 Menschen im Synagogenbezirk Moers ermordet

Besonders die jüdische Bevölkerung in Moers hat erst spät erkannt, dass sie in Deutschland, in Moers nicht mehr sicher war. Nach dem Novemberpogrom allerdings entschlossen sich einige jüdische Moerser Familien, ihre Kinder ins Ausland zu schicken. So brachten beispielsweise Moritz und Golda Chaim ihre vier Kinder in Sicherheit. Auch die 20-jährige Studentin Gertrud Windmüller konnte 1933 nach Italien fliehen, ihre in Moers gebliebenen Eltern wurden in Auschwitz ermordet. Werner Coppel überlebte glücklicherweise Ausschwitz und den sogenannten Todesmarsch kurz vor Kriegsende. Insgesamt sind aber 180 Menschen im Synagogenbezirk Moers ermordet worden. Auch politisch Aktive, wie KPD-Mitglieder, waren der Verfolgung ausgesetzt. In der Ausstellung werden die Schicksale der Menschen hinter großen Fotovorhängen dargestellt, die Moerser Straßenzüge der Zeit zeigen. So ist ein Blick hinter die Fassaden in die Geschehnisse der Zeit möglich. Ergänzend gibt es ein Rahmenprogramm, Führungen und Aktionen. Auch über das Projekt Altes Landratsamt, den Verein “Neue Geschichte im Alten Landratsamt” und die Aktivitäten der einzelnen Mitgliedsvereine informiert die Ausstellung. Wenn das Alte Landratsamt saniert ist, sollen Ergebnisse aus dem aktuellen Projekt in die neue Dauerausstellung einfließen.

 

Bildzeile:

Das Grafschafter Museum und die angeschlossenen Vereine präsentieren die Ausstellung „Flucht vom Niederrhein 1933 – 1945“. (Foto: pst)

 

Infobox:

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm gibt es auf den Internetseiten www.grafschafter-museum.de und www.alra-moers.de sowie in dem Flyer, der in vielen öffentlichen Gebäuden ausliegt.

 

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