Moers

Behandlung kriegsversehrter Kinder in Moers wird fortgesetzt

Friedensdorf International Oberhausen, Lions Club Moers und Stiftung Krankenhaus Bethanien kooperieren

Der Lions Club Moers, das Friedensdorf International in Oberhausen und die Stiftung Krankenhaus Bethanien in Moers werden die Behandlung von Kriegskindern vor allen aus Afghanistan und Angola gemeinsam weiterführen. Das gaben die Kooperationspartner jetzt bei einem Pressegespräch in Bethanien bekannt. „Wir sehen es als ausgesprochen wichtig an, Kindern aus Kriegsgebieten medizinisch zu helfen, wenn diese Hilfe vor Ort in den Ländern nicht möglich ist“, sagte Bethaniens Ärztlicher Direktor Dr. Thomas Voshaar. Seit 1988 werden Kinder aus dem Friedensdorf in Oberhausen in Bethanien behandelt. Zuletzt war das Projekt in Moers allerdings etwas ins Stocken geraten. „Das dreißigjährige Jubiläum hat dem Ganzen wieder etwas mehr Schwung verliehen“, so Bethanien-Stiftungsrat Dr. Ralf Engels. „Wir freuen uns sehr, dass der Lions Club Moers sich verstärkt für die in Bethanien behandelten Kinder engagieren will“.

Den Auftakt macht das 7. Erntedankfest der Moerser Lions am Sa, 22. September im Musenhof des Moerser Schlosses. Sämtliche Einnahmen aus der Veranstaltung werden für die Versorgung kriegsverletzter Kinder in Bethanien eingesetzt. Für den Moerser Lions Club unterstrichen dessen Präsident, Dr. Reimund Göbel, und der Activity-Beauftragte, Philipp Schneider, die Bedeutung der Zusammenarbeit für den Moerser Club: „Wir sind seit vielen Jahren und von Anfang an dabei. Die Hilfe für die Kriegskinder aus dem Friedensdorf ist eines unserer wichtigsten Projekte.“ Mit dem Lions Club Moers erhält das Projekt einen Partner, der einen Teil der nötigen finanziellen Mittel aus Spenden zur Verfügung stellt. Die komplette Behandlung für die Kriegskinder wird allein aus Spenden finanziert.

Eindrücklich schilderte Wolfgang Mertens, stellvertretender Leiter des Friedensdorfes, seine in dreißig Jahren gemachten Erfahrungen. Er ist seit dem Projektstart in Bethanien dabei. „Die ersten Kinder in Moers habe ich 1988 noch selbst betreut. Wir haben viel gelernt seither.“ Seit Montag (17.09.) werden nun wieder zwei Kriegskinder in Bethanien behandelt. „Die Kinder kommen alleine, ohne Eltern nach Deutschland. Sie kennen Hunger, Krieg, Todesangst. Die meisten sind nach unseren Standards, die wir kennen, nicht therapierbar, weil Ärzte in Deutschland diese schweren Kriegsverletzungen in der Regel nicht kennen“, sagt er. Bethanien habe sich allerdings in den dreißig Jahren bundesweit einen hervorragenden Ruf bei der Behandlung von Kindern mit Kriegsverletzungen erworben. Selbst große Kinderkrankenhäuser in Deutschland schicken Kinder zu Operation nach Bethanien, da hier eine gut funktionierende hausinterne Kooperationen zwischen der Kinderklinik, der Unfallchirurgie/Orthopädie und der Plastischen Chirurgie besteht.

„Bei schweren Verletzungen stehen für die Kinder bis zu sieben oder acht Operationen an. Es geht oft darum, ein verletztes Bein oder einen verletzten Arm vor der Amputation zu retten“, so Dr. Chylarecki. Die Kinder müssen  nach der Rückkehr in ihre Heimatländer ein eigenständiges Leben führen können. „Wir tun als Ärzte alles dafür, dass das möglich ist.“ Die Behandlung dauert Monate, manchmal sogar Jahre. Es sind komplizierte Verletzungen mit verschleppten, schwer zu behandelnden Knocheninfektionen oder Verbrennungen, mit denen die Friedensdorfkinder das Krankenhaus Bethanien erreichen. „Wir arbeiten fachübergreifend. Hier ist unser ganzes Können gefordert“, so Dr. Christoph Chylarecki, der selbst seit rund 14 Jahren kriegsverletzte Kinder behandelt. Mit im Boot in Bethanien ist das Team der Kinderklinik um Chefarzt Dr. Michael Wallot und der Plastische Chirurg Prof. Robert Hierner.

Insgesamt konnten in Bethanien bis heute knapp 70 Friedensdorf-Kinder mit schweren Verletzungen versorgt werden. Zwei Mal im Jahr werden vom Friedensdorf verletzte Kriegskinder aus neun Ländern nach Deutschland eingeflogen. Insgesamt sind es diesmal 67 Kinder aus Afghanistan, dem Kaukasus und Zentralasien, die auf die Krankenhäuser im gesamten Rheinland verteilt werden.

INFO

  1. Erntedankfest des Lions Club Moers

im Musenhof des Moerser Schlosses

Sa, 22. September 2018 von 11-18 Uhr

Die Einnahmen der Veranstaltung werden für die medizinische Versorgung kriegsverletzter Kinder eingesetzt.

www.lions.de/web/lc-moers

Bildzeile:

Kooperation zugunsten kriegsversehrter Kinder (v.l.n.r.:) Dr. Ralf Engels, Vorstand der Stiftung Krankenhaus Bethanien, Annika Schmitz, Mitarbeiterin des Friedensdorfs International Oberhausen, Dr. Christoph Chylarecki, Chefarzt der Fachklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Bethanien, Wolfgang Mertens, stellv. Leiter des Friedensdorfs International Oberhausen, Dr. Thomas Voshaar, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Bethanien, Philipp Schneider, Activity-Beauftragter des Lions Club Moers, Prof. Dr. Robert Hierner, Plastischer Chirurg im Krankenhaus Bethanien, Dr. Reimund Göbel, Präsident des Lions Club Moers, Dr. Michael Wallot, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Bethanien. (Foto: KBM/fotolulu)

Show More

Related Articles

Schreiben Sie einen Kommentar

Close