Moers

47 Jahre in Bethanien „am richtigen Platz“

Angelika Klein leitete mehr als drei Jahrzehnte das Herzkatheterlabor im Moerser Krankenhaus. Jetzt wurde sie in den Ruhestand verabschiedet.

Großer Abschied für eine langjährige Mitarbeiterin in Bethanien: Nach fast fünf Jahrzehnten Tätigkeit im Krankenhaus wurde dieser Tage Angelika Klein in den Ruhestand verabschiedet. Insgesamt 47 Jahre war „Schwester Angelika“ in Bethanien tätig, davon 28 Jahre als Leiterin des Herzkatheterlabors. „Ihre fachliche Kompetenz und ihr herzlicher Umgang mit Patientinnen und Patienten haben über viele Jahre die Kardiologie geprägt“, so Chefarzt Prof. Dr. Stefan Möhlenkamp. In Bethanien ist Angelika Klein eine Institution, wie auch Stiftungsvorstand Dr. Ralf Engels zur Verabschiedung betonte. Ein Herzkatheterlabor ohne Schwester Angelika könne sich in Bethanien noch niemand so richtig vorstellen, sagte er. „Wir sind stolz auf Mitarbeiterinnen wie Angelika Klein, die ihr gesamtes Berufsleben in den Dienst Bethaniens gestellt haben.“

Den diesjährigen Herztag in Bethanien nutzen Anfang November viele Patientinnen und Patienten, um sich persönlich von Schwester Angelika zu verabschieden. Denn wer zur Untersuchung ins Herzkatheterlabor kommt, bringt manchmal ein mulmiges Gefühl mit. Mit ihrer souveränen und fürsorglichen Art hat Schwester Angelika die Patienten beruhigt und auch mal eine Hand gehalten, wenn die Nervosität vor der Untersuchung zu groß wurde. Die Patientinnen und Patienten haben ihr die kleinen menschlichen Gesten über Jahre hinweg nicht vergessen und bedankten sich nun. „Das hat mich sehr gerührt“, berichtet Angelika Klein. Prof. Stefan Möhlenkamp war bei der Verabschiedung seiner langjährigen Leiterin des Herzkatheterlabors denn auch voll des Lobes: „Sie hat durch ihre Routine und Professionalität zur Patientensicherheit beigetragen“, lobte. „Sie ist auch in dem Sinne ein Vorbild, dass gerade die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit langjähriger Berufserfahrung eine menschliche und fachliche Reife besitzen, die für ein modernes Krankenhaus unverzichtbar ist.“ Im Herzkatheter sei Angelika Klein immer mit der Zeit gegangen und habe Innovationen immer aktiv mit umgesetzt.

Die Neukirchen-Vluynerin hatte mit 16 Jahren ihre Ausbildung in der Krankenpflegeschule Bethanien begonnen. Danach arbeitete sie zunächst als Krankenschwester auf der internistischen Station der Inneren Medizin. Um Familie und Beruf in Einklang bringen zu können, wechselte Angelika Klein später in den Nachtdienst der Intensivstation. „Auf der Intensivstation habe ich einen klaren Blick für Notsituationen bekommen und gelernt, wann man schnell eingreifen muss“, sagt sie. Nach rund zehn Jahren auf der Intensivstation ging sie – als eine von anfangs nur zwei Mitarbeiterinnen – ins Herzkatheterlabor der Kardiologie. Nur fünf Jahre später übernahm sie dort die Leitung. „Das schönste Gefühl war immer, zu sehen, wenn es einem Patienten wieder besser geht“, sagt sie.

Die angehende Pensionärin hebt die über viele Jahre gewachsene Verbundenheit im Herzkatherteam hervor. „In einem Team muss die Chemie stimmen. Im Herzkatheterlabor hilft einer dem anderen“, beschreibt sie die Zusammenarbeit in ihrer „Katheterfamilie“. Auch zum Ärzteteam hatte Angelika Klein immer einen guten Draht. „Es ist schön zu sehen, dass Assistenzärzte aus Bethanien inzwischen Chefärzte in anderen Krankenhäusern geworden sind. Das macht mich stolz.“  Im Ruhestand freut sie sich auf Städtereisen und Zeit mit ihrer Familie, insbesondere mit ihren drei Enkeln. „Meine Arbeit habe ich immer sehr gern getan. Ich war in Bethanien am richtigen Platz“.

INFO

In der Stiftung Bethanien arbeiten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dem Haus seit Jahrzehnten treu sind: Knapp 20 Beschäftigte sind länger als 30 Jahre, weitere knapp 20 Beschäftige seit mehr als 40 Jahren in der Stiftung angestellt. Den Rekord hält Krankenschwester Gabriele Henze, die seit vielen Jahren die Wochenstation leitet und im Oktober 1968 in den Dienst der Stiftung eintrat.

 

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Verabschiedung nach 47 Jahren in Bethanien: Angelika Klein, langjährige Leiterin des Herzkatheterlabors wurde jetzt von Chefarzt Prof. Dr. Stefan Möhlenkamp (l.) und dem früheren Chefarzt der Kardiologie, Prof. Dr. Dieter Opherk (r.), persönlich in den Ruhestand verabschiedet. (Foto: KBM/Ulla Michels)

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